Susans Tansania
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By Susan

Tja irgendwie habe ich es geschafft und lebe jetzt in Afrika, genau gesagt Tansania.

Ich denke jeder Afrika reisender ist erst mal beeindruckt von diesem Kontinent, der so viel mehr zu bieten hat, als man je in deutschen Nachrichten erfahren wird. Und Ostafrika ist da schon etwas besonderes, die freundlichen Menschen, die Gastfreundschaft, das LĂ€cheln, natĂŒrlich ĂŒberkommt einem das Verlangen, sich in einem dieser LĂ€nder niederzulassen.Auch bei mir war es so, raus aus der europĂ€ischen Hektik, der deutschen BĂŒrokratie und hinein in die Hakuna Matata MentalitĂ€t.

Fazit nach 3 Jahren, es ist nicht alles Gold was glÀnzt und ein gigantischer Unterschied ob man ein Land nur besucht oder dort lebt. Trotzdem bereue ich es nicht, in keinster Weise!

Ich lebe in Arusha, einer rasend schnell wachsenden Stadt am Fuße des Mount Meru, welche zudem der Ausgangspunkt fĂŒr Safaris im nördlichen Teil des Landes ist. Das Leben hier wird vom Tourismus bestimmt und das zu 100%. Die meisten arbeitet auf die ein oder andere Weise in der Tourismusbranche. 

Aus Wikipedia

Mein Leben ist inzwischen vom Alltag und viel Arbeit bestimmt. Hier gibt es keine 37,5 Stunden Woche, Minimum sind 45 oft sind es 55 und Überstunden werden nicht bezahlt. Aber man kann sich besser hocharbeiten, es wird weniger auf Zeugnisse geachtet als auf Leistungen und das gibt Auftrieb.

Am Anfang war noch alles berauschend und neu und toll, dann wird es schwieriger, man ist hier nicht einfach nur Mensch, sonder ein Mzungu (Swahili Wort fĂŒr Weißer) und das bedeutet ein Goldesel zu sein, zumindest in den Augen der Tansanier und das zieht sich durch jede Gesellschaftsschicht. Beispiel einkaufen: der offizielle Preis fĂŒr ein Kilo Kartoffeln auf dem Markt ist ca. 700Tsh (ca. 35 Cent), wenn ein Mzungu geht, startet der preis bei 2000 tsh und so geht es weiter... UnterhĂ€lt man sich dann endlich mal vernĂŒnftig, wie man meint, dauert es nicht lange bis die Frage auftaucht, ob man nicht einen Job hat, den GegenĂŒber heiraten möchte oder einfach nur ein wenig Geld ĂŒbrig hat. Und das alles nur wegen meiner Hautfarbe, das ist eine Art von Rassismus. Aber ich gebe nicht auf. Wer mich kennt, weiß, dass ich gut reden und diskutieren kann und mag. Die Hakuna Matata MentalitĂ€t, die anfangs noch so toll ist, wird nervend, wenn man arbeitet. Ja es ist oft so, komm ich heut nicht komm ich vielleicht morgen auch nicht... Man muss sich damit abfinden und das auch einplanen, dann wird das Leben einfacher.

Thema Korruption, oh mein Gott... endlos und gigantisch. Die Leute sind genervt davon ja, und sie wollen auch dagegen kĂ€mpfen aber fangen nicht bei sich selbst an, ein GesprĂ€ch was ich immer wiederfĂŒhre mit immer wieder denselben Antworten:

Ich:         was sind denn die genauen Ziele der Chadema (momentane Oppositionspartei)

Antw.:       na sie wollen die Korruption abschaffen

Ich:         hey, das ist ja klasse, aber du musst nicht auf eine Partei warten, du kannst auch etwas tun

Antw.:      was denn?

Ich:         aufhören Geld zu geben

Antw.:       das mache ich auch nicht

Ich.:         hast du ein Auto?

Antw.:       Ă€hm ja, warum?

Ich.:         wurdest du schon mal von der Polizei gestoppt?

Antw.:       Ă€hm jaaaa

Ich:          und? Hast du Geld bezahlt, damit er dich ohne Strafzettel weiterfahren lĂ€sst?

Antw.:       Ja klar

Ich:          Das ist auch Korruption! Und du trĂ€gst damit dazu bei!

Antw.:       nee, das ist doch was ganz anderes...

Jede GesprÀch endete so...und jedes mal versuche ich wieder zu erklÀren das es nichts anderes ist, es spielt keine Rolle ob das Bestechungsgeld 10 Dollar betrÀgt oder 1000 Dollar, es bleibt Korruption!

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